fragments of now

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preview | kleiner auszug aus dem neuen projekt

Poetische und auch mysteriöse Momente an ganz gewöhnlichen Orten zu entdecken, mag ich sehr. Für dieses Projekt finde ich sie überall, wo ich mich bewege, ob draußen in der Stadt oder in meiner Wohnung, wo sich an einem Fenster eine Reflexion von Kondenswasser als unermessliche Schönheit entpuppt. In dieser Arbeit spüre ich keine Beschränkung ‒ Tag oder Nacht, Details oder Raum, Objekte oder Strukturen, verlassen oder Menschen zeigend. Das unterscheidet sich von meinen anderen Projekten der Urban Photography, die sich meist auf bestimmte Orte beziehen und zeigen, wie diese von Menschen erobert werden.

Was möchte ich mit dieser Arbeit erzählen? Ich sehe sie als eine Studie über das Leben, seine Schönheit und seine Zerbrechlichkeit. Ich versuche, ein Gesamtbild davon zu vermitteln, indem ich flüchtige und stille Momente festhalte, das Fehlende zeige und mit Strukturen aus der Natur kombiniere. Wenn diese Fragmente, ob einzeln oder zusammen, etwas im Betrachter zum Schwingen bringen, bin ich glücklich. Aber schon die Arbeit an diesem Projekt, das Aufspüren dieser kleinen Bruchstücke, um ein Bild der Welt zu skizzieren, wie ich sie empfinde, erfüllt mich. Es ist eine persönliche, assoziative Arbeit, in der ich meinen eigenen Umgang mit der Vergänglichkeit suche.

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preview | small extract from the new project

I love to discover poetic and sometimes mysterious moments in terribly normal places. For this project I find them wherever I move, whether outside in the city or in my appartment, where a reflection of condensed water at a window turns out to be immeasurable beauty. In this work I feel no limitations ‒ day or night, detail or space, objects or structures, abandoned or showing people. This is different from my other projects as an urban photographer, which mostly refer to specific places and how they are conquered by people.

But what do I want to say with this work? I see it as a study of life, its beauty and its fragility. I try to convey an overall sense of it by capturing fleeting and silent moments, showing the missing and combining it with structures of nature. When these fragments, either on their own or together, make something vibrate in the viewer, I am happy. But already the work on this project, the discovery of these little pieces to sketch a picture of the world as I feel it, fulfills me. It is a personal, associative work in which I seek my own way of dealing with transience.

−− anna thiele

 

archival pigment prints auf baryt-papier
© anna thiele